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Füße im Sand

Reisen, Sonne und Meer…

Nach 20 Monate, 36 Flügen, 7 Ländern und 20 Wochen Arbeit bin ich nun auf dem Heimweg!

Es sind nur noch ein paar Stunden und ich bin wieder in Deutschland. Unfassbar!

Es ist alles gerade noch völlig surreal, dass dieser Flug nicht irgendwo auf der Welt landet wie die meisten bisher. Nein, ich bin diesmal auf dem Weg nach Düsseldorf und ich freue mich sehr.

Als ich eben für den Titel des Artikels zählte, liefen die letzten Monate wie im Schnelldurchlauf an mir vorbei. 20 Monate! Vor knapp 20 Monaten verabschiedeten meine Freunde mich am Flughafen. Ich weiß noch genau wie ich durch die Abgrenzung ging und winkte, alle waren wir aufgelöst. Die Nasen und Augen waren rot, ja die geflossenen Tränen waren eindeutig sichtbar. Wenn ich dies so erinnere, es ist als war es gestern und nicht vor über anderthalb Jahren. Wo ist die Zeit nur hin?

Ziemlich beeindruckend finde ich, dass ich in der ganzen Zeit nur 20 Wochen arbeiten war, auch wenn es 6-7 Tage die Woche waren. Es ist über 80 Wochen her als ich mit meinem Rucksack los zog und ich arbeitete davon nicht mal ein viertel. Muss gerade selbst feststellen: Geil! Hust! Gibt es ein geileres Leben? Nicht nur ihr fragt euch gerade, was ich in der ganzen anderen Zeit gemacht habe. Das denke ich mir auch. So viel kann ich euch sagen, Langeweile hatte ich nie!

Trotz dessen ich immer gerne langsam Reisen wollte, habe ich es nie so richtig umsetzen können. Etwas in mir hat mich jeden Tag auf’s neue angetrieben und wollte alles sehen, was die Welt zu bieten hat.

So begannen die meisten Tage mit den ersten Sonnenstrahlen, ich entdeckte die Gegend, lief durch Wälder, über Pfade, die Berge hoch, durch Städte, an Stränden oder Seen entlang. Es gab auch viele Tage an denen ich nur am Strand oder der See, auf einer Bank oder Wiese relaxte, ein Hörbuch hörte oder der Musik lauschte, meine Aufmerksamkeit nur den Geräuschen der Umgebung widmete oder meinen Gedanken folgte. Ich sag euch, ich kann Stunden damit verbringen in der Natur zu sitzen und nur die Umgebung wahr nehmen, mit mir allein sein und jede Sekunde genießen. Selbst das Geräusch von Regen kann mit der Sicht auf einen schönen See sehr toll sein.

Wellen sind mir den letzten Monaten mal vertrauter geworden und dann doch wieder zu unberechenbar, aber die Zeit unter Wasser hat mich in jedem Moment fasziniert. Nichts außer den eigenen Atem zu hören, dieser Frieden und die Ruhe in der bunten Welt unter Wasser ist unbeschreiblich. Diese Welt die nicht unser Lebensraum ist, bietet so viel zu entdecken. Wo am Anfang noch die großen Fische toll waren, wurden nach ein paar Tauchgängen die kleinen Lebewesen ebenfalls aufregend, denn es war schwerer sie zu sehen.

Ich verbrachte viel Zeit mit Menschen, die ich auf meiner Reise kennen lernte, aber auch mit Freunden aus Deutschland die mich einen Teil der Reise begleiteten. Alles ist so intensiver beim Reisen, zeitlich gesehen verbringt man Tage miteinander, aber eben nach ein paar Tagen heißt es Lebewohl zu sagen. Das fiel mir immer am schwierigsten. Bis heute konnte ich mich nicht daran gewöhnen, wieder jemanden den ich lieb gewonnen hab, bye zu sagen.

Viele unterschiedliche Menschen aus der ganzen Welt habe ich kennen gelernt, mit ihnen gelacht und geweint, stundenlange Gespräche geführt und innerhalb von Stunden eine starke Bindung aufgebaut. Auch wenn wir alle Kilometer weit verteilt sind, weiß ich dass davon einige Freundschaften über diese Kilometer hinaus weiter bestehen werden. Aber nicht nur Freunde habe ich gewonnen, auch ein zu Hause und eine Familie auf der anderen Seite der Welt, wo ich weiß, dass es da immer einen Platz für mich geben wird.

Australien hat mein Herz in den ersten Tagen erobert und bis heute nicht mehr los gelassen. So geil meine Zeit in Neuseeland auch war, und dieses Land mit jeder weiteren Minute nur schöner wurde, ist Australien meine zweite Heimat. Als ich vor ein paar Wochen meinen mittlerweile fünften Stempel von Australien im Reisepass erhielt, fühlte es sich sofort richtig an. So wie nach Hause komme, ich war angekommen nach einer langen Reise. Die Menschen, die Natur, der ganze Lifestyle hat einfach dieses besondere Etwas, dass in Australien dem Leben mehr Qualität gibt.

Meine letzten Tage in Augusta waren sehr schön, ein zweites Mal Weihnachten im warmen zu verbringen und den Sommer am Strand zu genießen. Es war das perfekte Ende meiner Reise. Auch wenn ich dieses Land nun vorerst für eine längere Zeit verlassen werde und trauriger darüber bin als noch vor drei  gedacht, weiß ich, dass ich immer wieder zurück kommen kann und ich habe das Gefühl, dass es nicht zu lange hin sein wird.

Darüber hinaus verbrachte ich etliche Stunden im Auto, Bus, Boot oder Flugzeug. Ich stieg 36 mal in ein Flugzeug! Zeit am Flughafen zu verbringen ist so normal geworden, selbst acht Stunden Aufenthalt vergingen immer schneller als gedacht. Manche Flughäfen sah ich sogar mehr als einmal, schräg sich gar nicht mehr orientieren zu müssen.

Neuseeland ist auf der anderen Seite der Erde und mit gut 18600 km Fluglinie das weit entfernteste Land in dem ich war. Noch weiter geht es wahrscheinlich auch nicht. Interessant wäre es zu wissen, wie viele Kilometer ich in den ganzen Monaten gefahren bin, wenige waren es auf keinen Fall.

Am meisten beeindruckt haben mich die Berge in Neuseeland. Diese Wucht ist magisch. Von der Seite des Lebens und der Glückseligkeit der Menschen her betrachtet, war es Fiji. Die Fijianer haben so wenig, die Hütten in denen sie schlafen, die Art in der sie kochen und ihre Wäsche waschen. Wasser und Elektrizität? Sie verdienen so wenig, dass viele sich niemals in ihrem Leben ein Flug leisten könnten um woanders zu leben oder Urlaub zu machen. Aber vielleicht sind sie genau weil sie so wenig haben und fern ab von dem ganzen Konsumdenken leben, die glücklichsten Menschen die ich kennen lernen durfte. Sie haben immer ein leuchten in ihren Augen gehabt und zogen einen mit ihrer Fröhlichkeit in ihren Bann. Zudem ist es Fiji wo sie leben und es ist traumhaft dort.

Ich reiste mit einem 40 l Rucksack und meinem Daypack. An machen Tagen wünschte ich mir mehr Raum im Rucksack, aber es reichte immer. Die zuletzt 18 kg waren definitiv zu viel zum tragen. Ich nutzte nicht mal alles was ich mit mir herum trug und weiß mit wie wenig man Leben kann. Selbst ein Leben während eines Roadtrips im Auto ohne Küche und Bad ist möglich.

Asien ist sehr vielfältig, die andere Kultur ist sehr interessant und ich liebe das asiatische Essen. Die Menschen sind alle so freundlich. Malaysia und Singapur waren überraschend modern im Gegensatz zu Indonesien, mir gefiel Indonesien trotz des ganzen Drecks und Chaos besser. Ich möchte zukünftig auf jeden Fall noch mehr von Asien sehen.

In Spanien verbrachte ich eine tolle Zeit mit meinen Freunden, ich merkte aber sehr schnell das ich in Europa war und vermisste die Herzlichkeit der Menschen der letzen Monate.

Sonst verbrachte ich etliche Stunden damit zu recherchieren was ich sehen möchte, wo es am nächsten Tag weiter hin geht, was die Stadt zu bieten hat, welche Walks ich machen kann und buchte Busse, Flüge und Unterkunft. Das werde ich tatsächlich nicht vermissen. Nicht zu wissen wo ich die nächste Nacht schlafen würde und ich die nächste Zeit verbringe, gibt ein starkes Freiheitsgefühlt.

Nicht zu vergessen die Zeit am Telefon mit den Liebsten daheim, allein damit kann ich sicher Wochen füllen. Ich bin dankbar für die Menschen die zu Hause auf mich warten, zu wissen, dass obwohl ich so lange weg war, so viele Kilometer und Stunden zwischen uns lagen, es sein wird, als wenn ich doch nie weg war. Glücklich darüber euch als meine Familie zu haben.

Ich hatte viele Höhen und Tiefen auf meiner Reise in vieler Hinsicht. Was mir in der ersten Zeit noch Angst eingeflößt hat, hat heute teilweise keine Wertigkeit mehr. Oftmals bin ich über mir hinaus gewachsen, Dinge gemacht in denen ich unglaublich Schiss hatte, und mehr als einmal meine Komfortzone verlassen, aber ich habe sie alle gemeistert und das mit einem mega guten Gefühl im nach hinein. Der Angst nicht die Kontrolle zu geben, über das was man macht, sie zu bekämpfen und es zu schaffen fühlt sich so gut an.

Ich habe viel über mich gelernt, die Erfahrungen und das Gesehene haben mich verändert und ich bin stolz auf das was ich alles erreicht habe. Wer hätte das vor zwei Jahren gedacht? Bei 6000m mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug springen? Daran zu denken, wie ich an der englischen Sprache verzweifelt bin und nun?!? Ich besitze einen Tauchschein trotz meiner Angst vorm Meer. Spinnen, Schlangen und Käfer? Was ist das? Wenn du dich auf eine Lange Reise begibst, ändert sich dein Weltbild und du dich.

Sind es nicht die Kleinigkeiten und Momente die zählen? Die Menschen um einen herum und die Zeit mit ihnen? Die Natur und das was uns jeder Tag neu zu bieten hat? Ich habe letztens noch im Internet folgendes gelesen: „Some woman wants diamonds… …other just want a hammock, a campfire and some peace and quiet.“ Ich würde noch meine Freunde und Familie ergänzen, aber dass ist genau das was mich glücklich macht. Oder was braucht ihr wirklich zum Leben?

Ich hörte so oft, wie mutig es war, alles aufzugeben und den Schritt in diese ungewisse Welt zu machen. Reisen und das alles drum herum wurde jedoch so schnell zu meinem Leben, zu meiner Routine, dass mir der jetzige Schritt nun mehr Mut abverlangt als alles zuvor. Das zurück kommen in die Realität! Selbst wenn es nur für einen Übergang ist. Diese Zukunft birgt mehr Ungewissheit und Herausforderungen als meine Monate des Reisens jemals hatten. Aber trotz dessen freue ich mich auf das was kommen wird. Es war nie mehr der richtige Zeitpunkt nach Hause zu kommen als jetzt, ich war nie mehr als nun bereit dafür. Auch wenn mir Australien jetzt schon fehlt.

Diese Reise war mit Abstand die beste Entscheidung in meinem Leben, ich möchte keinen Tag davon missen. Habe so viel erlebt und meine Bucketlist hat sich um einiges reduziert!

Lebt euer Leben, euren Traum. Nutzt dieses eine Leben was ihr habt. Egal wie unrealistisch etwas zu sein scheint, wie viel Angst ihr vor etwas habt, kämpft dafür. Glaubt an euch und gebt nicht auf, denn dann wird es genauso wie ihr es euch erträumt. Brecht aus der Routine aus und wagt was neues, euch ins Ungewisse. Vor allem macht das, was ihr wollt und nicht die anderen von euch erwarten.

Seit Glücklich und lebt den Moment!

Ich freue mich auf euch, all eure Umarmungen und die Zeit mit euch. Bis gleich!

1 Kommentar

  1. Angi

    Wow ich bin sooo stolz auf dich und bin froh wenn ich dich wieder in den Arm nehmen kann.

    Antworten

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